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Musikobjektgeschichten. Populäre Musik und materielle Kultur

Interdisziplinäre Tagung

01. OKT 2020 - 02. OKT 2020 | WEIMAR
Veranstalter: Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena

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Kongress, Symposium, Tagung Mehrtägiges Seminar

Beschreibung

Materielle Musikobjekte wie Musikinstrumente oder Noten trugen über die Jahrhunderte hinweg nicht nur zur Stabilisierung und Tradierung spezifischer Musikkulturen bei, sondern eröffneten auch neue Möglichkeiten des Herstellens, Vermittelns und Erlebens von Musik. Mit dem Aufkommen elektromechanischer und elektronischer Apparate der Musikproduktion, -speicherung und -wiedergabe wurden diese Möglichkeiten im Laufe des 20. Jahrhunderts stark erweitert und transformiert. Produktion, Vermittlung und Rezeption von Musik sind seither nicht mehr an konzertante Aufführungssituationen gebunden. Schallplatte und Musikkassette, Lautsprecher und Kopfhörer, Mischpulte und elektrisch verstärkte Musikinstrumente wie E-Gitarren und Heimorgeln haben somit die Art und Weisen, wie Musik gehört und gemacht wird, grundlegend verändert. Sie haben maßgeblich zur Differenzierung und Popularisierung von Musik beigetragen.
Musikobjekte nehmen bei der Erforschung populärer Kultur eine Doppelfunktion ein. Zum einen sind sie Teil übergreifender musik-, kultur- und technikgeschichtlicher Entwicklungen, über die sie etwas ‚erzählen‘ können. Zum anderen können sie nach ihren je eigenen Objektgeschichten und spezifischen Nutzungshorizonten befragt werden. Ausgehend von dieser Beobachtung widmet sich die interdisziplinäre Tagung aus theoretischen, methodologischen sowie sammlungs- und ausstellungspraktischen Perspektiven Musikobjektgeschichten der populären Kultur.

Programm

Donnerstag, 1. Oktober

9:00-9:30 Uhr: Eröffnung

9:00 Uhr Christoph Stölzl (Präsident der HfM Weimar) 
Grußwort

9:15 Uhr Christofer Jost (Freiburg) und Martin Pfleiderer (Weimar)
Einführung

9:30-13 Uhr Grundlagen der kulturwissenschaftlichen Objektforschung

Moderation: Laura Niebling (Regensburg/Weimar)

9:30 Uhr Stefanie Samida (Heidelberg)
Ding, Körper, Sound: Verwebungen in Musikobjekten der populären Kultur

10:15 Uhr Stefan Krebs (Luxembourg)
Hands-on! – Überlegungen zur Experimentalisierung der (Medien-)Geschichte

11:00 Uhr Kaffeepause

11:30 Uhr Anne-Kathrin Hoklas (Dresden)
Die ‚Trägheit‘ des Medienhabitus. Musikobjekte als generationelle Prägekräfte

12:15 Uhr Andreas Ludwig (Potsdam)
Fragmente der Abwesenheit. Museumsobjekte als Spuren historischer Praxis

13:00 Uhr Mittagspause

14:30- 18:30 Uhr Transnationale Musikobjektgeschichten

Moderation: Alan van Keeken (Freiburg/Gronau)

14:30 Uhr Daniel Morat (Berlin) 
Scheiben, die die Welt bedeuten. Carl Lindström und der entstehende Weltmusikmarkt 1904-1929

15:15 Uhr Stefan Gauß (Berlin)
Rauschfrei und pur. Der CD-Player und der Übergang zum digitalen Sound in den 1980er Jahren

16:00 Uhr Kaffeepause

16:30 Uhr Sarah Hardjowirogo (Hamburg) 
Zukunftsmusik von gestern: Zur Historisierung von Software-Instrumenten

17:15 Uhr Benjamin Burkhart (Freiburg)
Konzipieren, konstruieren, kalkulieren. Firmenarchive und die Produktionskulturforschung zu Musikabspielgeräten

Freitag, 2. Oktober

9:00-12:30 Uhr Sammeln – Bewahren– Ausstellen – Vermitteln 

Moderation: Christina Dörfling (Weimar)

9:00 Uhr Rebecca Wolf (München) 
Objekte der Musik im Museum: klassische Aufgaben und das Potential des Virtuellen

9:45 Uhr Benedikt Brilmayer (Berlin)
Ein Tonscherbenhaufen? Das Problem der Flüchtigkeit elektronischer Klänge und Instrumente

10:30 Uhr Kaffeepause

11:00 Uhr Hans Peter Hahn (Frankfurt)
Die Unberechenbarkeit der Sammlung. Vom Eigenleben gesammelter und verwahrter Dinge

11:45 Uhr Thomas Mania (Gronau)
Die Renaissance des Objekts

12:30-14 Uhr Mittagspause 

14:00-15:30 Uhr Materalität und Digitalität (Podiumsdiskussion)

Moderation: Christofer Jost (Freiburg) und Martin Pfleiderer (Weimar)

Was sind digitale Musikobjekte? Wie kann man sie in Sammlungen, Ausstellungen und Museen einbinden? Wie lassen sich Musikphänomene im Internet erforschen? Diesen und ähnlichen Fragen zur Zukunft der Musikobjektforschung im digitalen Zeitalter widmet sich am Schluss der Tagung eine Podiumsdiskussion.

Miriam Akkermann (Dresden)

Mario Anastasiadis (Bonn)

Steffen Lepa (Berlin)

Nathalie Singer (Weimar)

Planung und Organisation der Tagung: 
Prof. Dr. Martin Pfleiderer 
Dr. Christina Dörfling

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung unter: christina.doerfling@hfm-weimar.de

Veranstaltungsort

Festsaal des Goethe-Nationalmuseums Weimar
Frauenplan 1
99423 Weimar

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Finanzielle Förderer

Bundesministerium für Bildung und Forschung
Klassik Stiftung Weimar